Astrofotografie :: Milchstraße - Die Große Sagittariuswolke

 

Milchstraße - Die Große Sagittariuswolke (zuletzt aktualisiert: 17.08.2010)

Blickt man in einer klaren Sommernacht auf das Band der Milchstraße, fällt tief im Süden im westlichen Teil des Schützen ein großer, runder und heller Bereich auf, die Große Sagittariuswolke. Wir blicken knapp links am Zentrum unserer Heimatgalaxie vorbei in einen Teil der zentralen Aufwölbung, dessen Licht nicht ganz so stark durch interstellaren Staub gedämpft wird. Durch die geringe Horizonthöhe in Mitteleuropa erscheint uns dieser Bereich der Milchstraße jedoch nicht so hell wie etwa die weit nördlich gelegene Schildwolke. Etwas nördlich von der Großen Sagittariuswolke befindet sich das riesige und helle Sternentstehungsgebiet Messier 8.

Das eigentliche Zentrum unserer Heimatgalaxie wird von der starken Radioquelle SGR A markiert, ist aber aus unserer Sicht von dichten Staubwolken im sichtbaren Licht vollständig verdeckt. Die Lage dieses Zentrums ist auf der zweiten Aufnahme, ein Mosaik aus 2 Einzelaufnahmen, markiert.

Ohne diesen dichten Staub erschiene uns der Kern und der Zentralbereich unserer Heimatgalaxie als grelles, ca. -6 mag helles Objekt und würde diesbezüglich nur noch von Sonne und Mond überboten.

Es gilt als sicher, daß Sagittarius A (SGR-A) ein Schwarzes Loch mit ca. 4,3 Millionen Sonnenmassen ist. Dieses Gebiet wird von einem Sternhaufen umgeben, dessen Einzelsterne dieses Gravitationszentrum mit hoher Geschwindigkeit auf teils äußerst exzentrischen Bahnen umkreisen. Aus der gemessenen Geschwindigkeit und den mittlerweile recht gut bekannten Bahndaten läßt sich sehr schön auf die Masse des zentralen Objekts schließen. Außerdem muß dieses zentrale Objekt sehr klein sein, was alles andere als ein Schwarzes Loch ausschließt.

 
Allgemeine Objektdaten:
Objektgröße:      4° × 8°
Entfernung:       27.000 Lj
Ausdehnung:        3.800 Lj
Koordinaten:      18h 00m 00,0s / -29° 00' 00"
Sternbild:        Schütze (Sagittarius [SGR])
 

Aufnahme & verwendete Aufnahmetechnik:

Die Große Sagittariuswolke
 
 
Die Große Sagittariuswolke
Die Große Sagittariuswolke
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2010-06-06 00:28 UTC
Montierung:       EQ1
Teleskop:         Weltblick MC 1:3.5/135
Öffnung:            38 mm
Brennweite:        135 mm
Öffnungsverh.:    f/3,5
Kamera:           Canon EOS 1000 D
Einzelbelichtung: 30s @ ISO 800
Stacking:         40
Belichtung eff:   189,7s
Bias/Rauschen:    1195 ADU / 106 RMS (auf 16 Bit bezogen)
Vb:               6,9 × (Abbildung 1/2)
Theor. Grenzgröße 17,2 mag
Theor. Grenz-FH   25,9 mag/"²
Bildfeld:         9,45° × 6,29°
Abbildungsmaßstab 17,42", 303,38"², 2,280 Lj/Px

Bedingungen:
Horizonthöhe:     13° 14´
rel. Extinktion:  1,60 mag
Seeing:           Mittel [5/10]
FWHM:             0,7 Pixel ≡ 12,2"
Reale Auflösung:  1,596 Lj
Transparenz:      5.5 fst
Temperatur:       12°C


Info:
Nachgeführt wurde die Kamera mit Objektiv mit der kleinen Montierung EQ1. Gleichzeitig lichtete meine CCD-Kamera am 10" SCT die Dunkelwolke Barnard 68 ab. So wurden die bärigen Bedingungen in dieser ´Astronacht´ höchst effizient genutzt. Auf der großen Aufnahme ist Norden rechts.

Das 2. Bild
zeigt die exakte Lage von SGR-A. Am oberen linken Rand ist M 8 gut zu erkennen während M 6 unten rechts so gerade noch im Bildfeld ist. Fährt man mit der Maus über das Vorschaubild, dann wird der Bereich um SGR-A in der Originalgröße eingeblendet.
 
 
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