Astrofotografie :: Die reale Belichtungszeit der Toucam

 
Die reale Belichtungszeit der ToUcam weicht zum Teil erheblich von der angezeigten ab. Hier ist der Beweis:

Die reale Belichtungszeit der Toucam

Angeregt durch einen Hinweis in einem bekannten Astronomieforum und einer eingehenden Untersuchung durch Peter Katreniak (der Autor des bekannten K3CCDTools) zum Thema "ToUCam Pro exposure tests" habe ich einmal selbst eine genauere Messung der wahren Belichtungszeit der ToUcam vorgenommen:

 
Testbild
 
 
  Stark verlangsamte Animation (200 ms)

Zum Testen habe ich die links gezeigte Animation angefertigt. Damit das ganze einigermaßen synchron zur Bildwechselfrequenz meines TFT-Monitors von 60Hz (16,667ms) läuft, habe ich mich für eine Bildwechselrate der Animation von 50ms (3 × 16,667ms) entschieden. Somit wird ein einzelner Punkt exakt 50ms lang angezeigt, was man auch leicht an dem größeren Quadrat oben links verifizieren kann, das exakt im Sekundentakt aufleuchtet.
Resultat Das Resultat...

... ist in der Tat verblüffend! Bei 1/25s (=40ms) dürfte nur ein einziger Punkt auf einer einzelnen Aufnahme sichtbar sein, denn die Nachleuchtdauer ist bei einem TFT-Display weit geringer als bei einem CRT und damit im Zeitrahmen von einigen zig ms vernachlässigbar gering.

Bei der Kameraeinstellung 5 fps @ 1/25 zeigen sich jedoch gleich 4 Punkte auf jeder Einzelaufnahme, woraus eine Belichtungszeit von 4 × 50ms = 200ms = 1/5s folgt.
 

Fazit:

Die von Peter Katreniak gezeigten Meßergebnisse kann ich mit der eigenen Messung nur bestätigen. Für die Astrofotografie ergeben sich aus diesen Erkenntnissen einige wichtige Konsequenzen:

  1. Wer viel Licht braucht, der ist gut beraten, nur 5 Bilder/s zu übertragen
  2. Mit 200ms Belichtungszeit ist die Bekämpfung des Seeing zwar möglich, aber nicht mehr so überragend. Am Planeten sollte das Öffnungsverhältnis f/20 möglichst nicht unterschritten werden (Flächenhelligkeit). Wenn es eben geht, Belichtungszeit verringern.
  3. Bei Deepsky-Aufnahmen kann man also getrost mit 200ms kalkulieren und damit gut abschätzen, wie lange man mit einer Astrokamera mit vergleichbarer (oder x-mal höheren) Empfindlichkeit belichten muß, um zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen.

 
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