Astrofotografie :: Planetarische Nebel - NGC 6026

 

Planetarische Nebel - NGC 6026 (zuletzt aktualisiert: 30.05.2008)

NGC 6026 ist ein höchst ungewöhnlicher Planetarischer Nebel. Sein rötlicher Zentralstern ist in Wirklichkeit ein Binärsystem, das aus einem Roten Riesen und einem Weißen Zwerg besteht. Letzterer umkreist seinen Partner einmal in 12 Stunden und knapp 41 Minuten und ist auch für die Ionisierung der von ihm abgestoßenen Gaswolke verantwortlich, die hauptsächlich in der türkisen Sauerstofflinie leuchtet. Von diesem Weißen Zwerg sieht man auf der Aufnahme freilich nichts, denn er wird vom Hauptstern dieses Systems hoffnungslos überstrahlt. Über seine Entfernung zu uns scheint man nichts zu wissen, wohl aber seine Relativbewegung zu uns: NGC 6026 nähert sich mit 100-150 km/s.

Visuelle Beobachtung:
Auf Grund seiner extrem südlichen Lage ist NGC 6026 von Mitteleuropa aus visuell nicht mehr zu erfassen. Von Bad Tölz aus kommt er nicht einmal 8° über den Südhorizont und versinkt daher hoffnungslos im Horizontdunst.

 
Allgemeine Objektdaten:
Objektgröße:      60´´
Helligkeit:       12,90 mag
mittlere FH:      21,57 mag/"²
Koordinaten:      16h 01m 21,0s / -34° 32' 39"
Sternbild:        Wolf (Lupus [LUP])
 

Aufnahme & verwendete Aufnahmetechnik:

NGC 6026
NGC 6026
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2008-05-13 00:40 UTC
Montierung:       Meade LX200GPS (G
Teleskop:         Meade 10" SCT
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       1040 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/4,1
Kamera:           ATiK 16IC-HS
Filter:           Schmalbandfilter Hα, OIII
Einzelbelichtung: 30s
Stacking:         66
Belichtung eff:   243,7s
Vb:               81,8 ×
Theor. Grenzgröße 14,7 mag
Theor. Grenz-FH   19,7 mag/"²
Bildfeld:         16,12' × 12,08'
Abbildungsmaßstab 1,47", 2,15"²/Px

Bedingungen:
Horizonthöhe:     7° 5´
rel. Extinktion:  2,27 mag
Seeing:           Mittel [5/10]
Transparenz:      5.0 fst
Temperatur:       9°C

Hα:   31 × 30s
OIII: 66 × 30s

Info:
NGC 6026 ist fotografisch nicht nur wegen des geringen Horizontabstands außerordentlich schwierig. Er ist außerdem noch recht flächenschwach. Da sich kein brauchbarer Leitstern in seiner Nähe befindet, mußte ich mit freilaufender Montierung "arbeiten", daher die kurzen Einzelbelichtungszeiten. Die Aufnahme ist ein Hα-OIII-(2×OIII-Hα) - Komposit. Belichtungen in LRGB sind noch geplant, sofern sich in der nächsten Zeit geeignete Wetterbedingungen einstellen sollten. Die gemessene Grenzhelligkeit liegt wegen der Schmalbandfilter bei nur ca. 16 Magnituden.
 
 
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