Planetarische Nebel - Abell 35 (zuletzt aktualisiert: 29.05.2016)
Abell 35 ist ein sehr alter und recht eigenartiger Planetarischer Nebel, der auf den ersten Blick eher wie eine kleine HII-Region wirkt. Dieser Nebel ist extrem lichtschwach und verlangt nach sehr langen Belichtungszeiten um überhaupt sichtbar zu werden.
Im Zentrum vom Abell 35 befindet sich ein Binärsystem, dessen hellere Komponente aufgrund seiner Temperatur nicht in der Lage ist, die ihn umgebenen Gaswolken zu ionisieren. Dies besorgt sein Begleiter, ein Weißer Zwerg, der sich in einem visuellen Abstand von 0,11" +/- 0,03", entsprechend ca. 18 AE davon befindet. Die abgestoßene Gashülle scheint sich beim Expandieren gegen das interstellare Medium zu bewegen, so daß es zu der sichtbaren Stoßfront kommt.
Allgemeine Objektdaten: Objektgröße: 12´ Entfernung: 520 Lj Ausdehnung: 1,8 Lj Helligkeit: 13,30 mag mittlere FH: 27,39 mag/"² Abs.Helligkeit: 7,29 mag Koordinaten: 12h 53m 32,8s / -22° 52' 23" Sternbild: Wasserschlange (Hydra [HYA])
Aufnahme & verwendete Aufnahmetechnik:
Aufnahmedaten: Aufnahmezeit: 2016-05-06 21:50 UTC Montierung: Meade LX200GPS (G Teleskop: Meade 10" SCT Öffnung: 254 mm Brennweite: 990 mm (Reducer) Öffnungsverh.: f/3,9 Kamera: ATiK 16IC-HS Filter: LRGB-Filtersatz + Schmalbandfilter Einzelbelichtung: 30s Stacking: 162 Belichtung eff: 381,8s Bias/Rauschen: 900 ADU / 49 (51,6) RMS Vb: 77,8 × Theor. Grenzgröße 20,4 mag Theor. Grenz-FH 25,5 mag/"² Bildfeld: 16,93' × 12,69' Abbildungsmaßstab 1,54", 2,38"², 245,8 AE/Px Bedingungen: Horizonthöhe: 18° 41´ rel. Extinktion: 1,24 mag Seeing: Gut [7/10] FWHM: 3,7 Pixel ≡ 5,7" Reale Auflösung: 909,5 AE Transparenz: 6.0 fst Himmelshelligk.: 19,83 mag/"² Temperatur: 11°C Grenzhelligkeit: 20,6 mag Aufnahmedetails: L: 162 × 30s R: 38 × 30s, Binning 2 G: 28 × 30s, Binning 2 B: 32 × 30s, Binning 2 Hα: 15 × 600s OIII: 8 × 600s Leitstern: 8,8m / 18´ 30" SSW Autoguiding: Guidedog 1.0.6 und Philips ToUcam (S/W-Mod)
Info:
Als ich die Aufnahmen für Luminanz gemacht habe, herrschte ein bemerkenswert gutes Seeing, daher die angesichts der geringen Horizonthöhe recht stattliche Grenzhelligkeit. Bei den Farb- und Schmalbandaufnahmen war das Seeing dagegen sehr lausig. Trotz der guten Grenzhelligkeit ist der Nebel kaum zu sehen.
Dem 2. Bild
wurden Ablichtungen mit Hα und OIII-Schmalbandfilter hinzugefügt. Erst jetzt ist der Nebel in seiner ganzen Schönheit zu sehen, jedoch darf man nicht vergessen, daß eine solche Darstellung den Nebel stark übertrieben hell darstellt.
© 2005-2024 Astrofotografie | Stand: 2018-12-15 | unbekannt unbekannt / unbekannt | Programmierung: Hohmann-EDV