Nahe Sterne
Konsequenterweise müßte Deep Sky mit dem Verlassen unseres Sonnensystems beginnen. Auf dieser Seite besuchen wir also unsere nächsten stellaren Nachbarn bis zu einer Entfernung von 10 Lichtjahren. Nach heutigem Wissensstand sind es genau 7 Systeme mit insgesamt 11 Sternen, die sich in dieser engen "Umkugel" um unser Sonnensystem befinden. Es sind bis auf vier Ausnahmen (α Centauri A/B und Sirius A/B) alles schwach leuchtende, massearme aber dafür sehr langlebige Rote Zwerge.
Bevor wir unsere Nachbarn vor der "stellaren Haustüre" in Augenschein nehmen, folgt erst mal eine Übersicht über die 11 nächsten Sterne, die alle weniger als 10 Lichtjahre von uns entfernt sind - aufsteigend nach Entfernung sortiert. Die Liste ist mit Ausnahme der ersten 3 Einträge klickbar, wobei die Sterne auf den jeweiligen Folgeseiten sehr ausführlich beschrieben sind.| Stern | Mag | Abs m | Entf. | Ra | Dec |
|---|---|---|---|---|---|
| Proxima Centauri | 11.0 m | 15.4 m | 4,24 Lj | 14:30:00 | -62:41:00 |
| α Centauri A | 0.02 m | 4.1 m | 4,35 Lj | 14:39:00 | -60:50:00 |
| α Centauri B | 1.35 m | 5.43 m | 4,35 Lj | 14:39:00 | -60:50:00 |
| Barnards Pfeilstern | 9.53 m | 13.22 m | 5,96 Lj | 17:57:47,9 | +04:43:35 |
| Wolf 359 | 13.54 m | 16.56 m | 7,78 Lj | 10:56:26,0 | +07:00:22 |
| Lalande 21185 | 7.47 m | 10.44 m | 8,29 Lj | 11:03:20,8 | +35:57:43 |
| Sirius A und B | -1.43 m | 1.47 m | 8,58 Lj | 06:45:08,9 | -16:42:58 |
| Luyten 726-8 | 11.99 m | 15.20 m | 8,73 Lj | 01:39:03,9 | -17:56:56 |
| Ross 154 | 10.43 m | 13.07 m | 9,68 Lj | 18:49:48,8 | -23:50:08 |
Leider sind die drei erstplazierten (Proxima Centauri und α Centauri A/B) von Mitteleuropa aus nicht beobachtbar, da sie stets unter dem Horizont bleiben. Alle anderen sind mit Ausnahme von Wolf 359, ein extrem lichtschwacher Roter Zwerg, recht einfach beobachtbar.
• Spektralklassen
Um die vielen unterschiedlichen Sterne besser einordnen zu können, haben sich die sogenannten Spektralklassen eingebürgert. Diese Spektralklassen beruhen auf die Entdeckung Joseph von Fraunhofers im Jahr 1813, daß das Spektrum der Sonne dunkle Absorptionslinien aufweist.
Im wesentlichen gibt es die 7 Spektralklassen O, B, A, F, G, K, M, L, T - diese sind, grob gesagt, absteigend nach Oberflächentemperatur sortiert:
| Klasse | Farbe | Temperatur | Beispiel |
|---|---|---|---|
| O | Blau | > 30.000 K | Na´ir al Saif |
| B | Bläulich | 10.000 - 30.000 K | Rigel |
| A | Leicht blaustichig | 7.500 - 10.000 K | Kaitain |
| F | Weiß-minimal blaustichig | 6.000 - 7.500 K | Zeta Aqr |
| G | Leicht gelblich | 5.000 - 6.000 K | Unsere Sonne |
| K | Gelb-Orange | 3.500 - 5.000 K | Epsilon Eridani |
| M | Rot | 2000 - 3.500 K | Wolf 359 |
| L | Tiefrot / Infrarot | 1300 - 2000 K | 2MASS J03521086+0210479 |
| T | Tiefrot / Infrarot | < 1300 K | - |
Neben diesen 9 Spektralklassen findet sich fast immer noch eine Ziffer zwischen 0 und 9. Diese "Zusatzzahl" gibt genauere Auskünfte über den Stern, der einer bestimmten Spektralklasse angehört, wobei die 0 ´besonders heißes Exemplar´ bedeutet und mit 9 ´beinahe eine Spektralklasse tiefer´ gemeint ist. Die Spektralklassen L und T bezeichnen Braune Zwerge. Der Übergang zwischen Braunen Zwergen und großen Gasplaneten ist fließend, da es keine klare Abgrenzung zwischen diesen beiden Objekttypen gibt.
Beispiel:
Während Lalande 21185 zwar ein Roter Zwerg ist, aber eben ein noch einigermaßen heller seiner Klasse, bekommt er das ´Prädikat´ M2, also ´heißer Hellroter´. Dagegen glimmt Wolf 359 nur äußerst lichtschwach und dunkelrot vor sich hin, daher wird er der Klasse M6 zugeordnet.
