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Sonderbericht: Wolf 359 - Ausbruch 2011



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Sonderbericht: Wolf 359 - Ausbruch 2011

Massearme rote Zwergsterne neigen oft zu plötzlichen Helligkeitsausbrüchen. Diese Ausbrüche finden unregelmäßig statt und sind daher nicht vorhersagbar. Dafür sind sie ganz schön heftig - die Helligkeit eines solchen Sterns steigt dann schlagartig um ein Vielfaches an. Nach wenigen Minuten ist alles wieder vorbei, und der ´Alltag´ kehrt wieder ein. Mit ein wenig Glück kann ein solcher Ausbruch beobachtet oder fotografiert werden, so wie in diesem Fall hier. Beim noch etwas kleineren Zwergstern ´Van Briesboecks Stern´ konnte ein sehr ähnlicher Ausbruch ebenfalls beobachtet werden.

 

Der Ausbruch

Am 5.3.2011 um 00:20 Uhr UTC ereignete sich ein heftiger Ausbruch auf dem Zwergstern Wolf 359, der rund 2 Minuten andauerte. Während dieser Zeit versechsfachte sich die Helligkeit dieses Zwergsterns auf 11,2 Magnituden.

 

Animation

Die Animation links zeigt den zeitlichen Verlauf dieses Ausbruchs. Die Belichtungszeit von 40s pro Einzelbild wurde zu einer Zeitrafferaufnahme von 0,3s pro Einzelbild ´beschleunigt´. Es zeigt sich ein schlagartiger Anstieg der Helligkeit um 1,96 Magnituden was dem Faktor 6 entspricht. Danach fällt die Helligkeit deutlich langsamerer ab und bleibt für etwa ¼ Stunde auf einem leicht erhöhten Wert.
 

 

Zeitlicher Verlauf

Die folgende Tabelle zeigt den zeitlichen Verlauf dieses Ausbruchs noch um einiges detailreicher als die Animation im vorhergehenden Abschnitt. Verglichen wurde die Helligkeit von Wolf 359 mit dem konstant leuchtenden Stern 2´ nord-nord-westlich davon.

Zeit (UTC)FluxMagdMagFaktor
2011-03-05 00:18:385.37813,2000,0001,0
2011-03-05 00:19:205.65713,1450,0551,1
2011-03-05 00:20:0132.62511,2431,9576,1
2011-03-05 00:20:4325.96011,4911,7094,8
2011-03-05 00:21:2412.56312,2790,9212,3
2011-03-05 00:22:069.41912,5920,6081,8
2011-03-05 00:22:488.16012,7470,4531,5
2011-03-05 00:23:297.80512,7960,4041,5
2011-03-05 00:24:117.77412,8000,4001,4
2011-03-05 00:24:527.51412,8370,3631,4

Die angegebenen Zeiten beziehen sich jeweils auf die Mitte der Belichtungszeiten von 40s und haben eine Genauigkeit von ± 1s.

 

Ursache

Helligkeitsausbrüche sind bei allen Sternen ein ganz normaler Vorgang. Auch unsere Sonne macht sowas, in dem sie urplötzlich riesige, heiße Gasmengen aus der Photosphäre einige 10.000 km nach oben schleudert. Wir können ein solches Ereignis als ´Fackel´ auf der Sonnen´oberfläche´ oder als Protuberanz am Sonnenrand gut beobachten. Tatsächlich erscheinen solche Fackeln um einiges heller als die Umgebung, machen jedoch bei unserer hellen Sonne prozentual nur wenig aus. Ganz anders sind die Verhältnisse bei einem roten Zwergstern wie Wolf 359. Dort ist eine solche Fackel um einiges heller als das schwache Glimmen vom Rest des Sterns.

 
 
 
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