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Konjunktion von Jupiter und Venus



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Konjunktion von Jupiter und Venus

Ein seltenes Planetentreffen fand um den 30.6.2015 statt: Venus und Jupiter kamen sich an unserem Himmel so nahe, daß sie beide auf die Fläche einer Vollmondscheibe gepaßt hätten.

Selbstverständlich haben sich die unermüdlichen Isarwinkler Sternfreunde zu diesem Ereignis vor dem Marionettentheater in Bad Tölz zusammengefunden und eine kleine öffentliche Veranstaltung draus gemacht. Viele höchst unterschiedliche Optiken wurden auf das Planetenpaar gerichtet und boten den staunenden Beobachtern einen unvergeßlichen Anblick. Was sofort auffällt, ist der gewaltige Flächen-Helligkeitsunterschied zwischen Jupiter und Venus, der einerseits dadurch zustande kommt, daß Jupiter rund 7,4-mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Venus und damit pro Flächeneinheit 54,6 -mal weniger Licht bekommt. Andererseits liegt Jupiters Albedo bei nur 0,34, während Venus hier mit 0,75 punkten kann, also nochmal ein Faktor 2,2. Daraus ergibt sich rein rechnerisch, daß die Flächenhelligkeit der Venus rund 120-mal größer ist als die des Jupiter. Da Venus aber größtenteils »von hinten« angestrahlt wurde, reduzierte sich der Flächen-Helligkeitsunterschied in der Praxis auf 35-fach. Zum Aufnahmezeitpunkt war Jupiter 6,07 AE von der Erde entfernt. Venus war uns mit nur 5,2 AE fast 12-mal näher.

 

Konjunktion von Jupiter und Venus mit 1060mm Brennweite

Mit kleiner Optik auf der bewährten Montierung EQ5 konnte diese Konjunktion mit maximaler Vergrößerung festgehalten werden, so daß beide Planeten in der gewohnten Struktur gut zu sehen sind. Durch den großen Flächen-Helligkeitsunterschied zwischen Jupiter und Venus tut man sich beim Fotografieren natürlich enorm schwer. Will man Venus nicht überbelichten, wird Jupiter kaum zu sehen sein, erst recht nicht seine Monde (v.l.: Ganymed, Io, Europa und Kallisto). Der Astrofotograf greift in solchen Fällen gern in seine Trickkiste und kombiniert Bilder mit unterschiedlichen Belichtungszeiten und setzt diese Bilder zu einem Gesamtbild zusammen, das möglichst gut dem visuellen Eindruck entspricht. Im Vorschaubild wurde der freie Raum zwischen den Planeten herausgeschnitten, daher die Trennlinie zwischen den beiden.

Aufnahmezeit:   2015-06-30 19:32 UTC
Objektiv:       INED 70
Öffnung:        70 mm
Brennweite:     1.060 mm (Barlow)
Blende:         15,14
Kamera:         Canon EOS 1000 D
Belichtung:     1/160 s @ ISO 200 (variiert)
Temperatur:     22°C

 

Konjunktion von Jupiter und Venus mit 18mm Brennweite

Mit dem freien Auge betrachtet, ergab sich das links gezeigte Bild. Im Vordergrund angeblitzt, das Teleskop mit Montierung und Stativ, mit dem die Aufnahmeserie für das erste Bild angefertigt wurde. Im Unterschied zur ersten Aufnahme ist diese Aufnahme zum Horizont ausgerichtet, also nicht eingenordet.

Aufnahmezeit:   2015-06-30 20:20 UTC
Objektiv:       Canon 18/55
Brennweite:     18 mm
Blende:         3,5
Kamera:         Canon EOS 1000 D
Belichtung:     1/10 s @ ISO 800
Temperatur:     21°C

Natürlich blieb es an diesem wunderbaren lauen Abend nicht bei der Beobachtung von nur 2 Planeten. Auch Mond und Saturn standen günstig genug für einen »Besuch« mit dem Teleskop.

 
 
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