Praxisteil - Mikroteleskop
Schon erlebt? Beim Aufräumen der alten Kruschkiste findet sich ein alter Sucher, der schon jahrelang nicht mehr benutzt wurde. Doch bevor dieser in der Mülltonne landet, sollte man sich überlegen, ob er nicht vielleicht doch noch gute Dienste leisten kann. Mit der folgenden Umbauanleitung läßt sich aus dem guten alten Stück ein kurzbrennweitiges und oft erstaunlich lichtstarkes Kleinstteleskop für Astroaufnahmen mit einer Webcam basteln.
Die Wahl fiel auf einen
ausgedienten 8×50 Sucher von Meade. Dieser ist nicht nur recht lichtstark, sondern auch
erfreulich farbrein. Mit 50mm Öffnung und 180mm Brennweite kommen wir auf ein Öffnungsverhältnis
von f/3,6, was die Möglichkeit eröffnet, nicht nur Sonne und Mond vollständig auf den
CCD-Chip einer ToUcam zu bringen, sondern auch größere Gasnebel.
Damit
der Chip überhaupt noch sauber in den Fokus kommt, mußte das Alurohr um gut 5mm auf 156mm gekürzt
werden. Das abschraubbare Fadenkreuzokular wurde entfernt und durch ein Reduzierstück ersetzt,
welches vorher als Verbindungsstück zwischen Feinfokussierer und Okular diente.
Dieses Reduzierstück wird mit 3 Lagen Klebeband umwickelt und paßt danach wie angegossen
in das Alurohr. Noch eine 3,5mm-Bohrung 6mm vom Rand des Alurohres und fertig ist das
´Mikroteleskop´.
Und so verrichtet das Ganze seinen Dienst an Stelle des Suchers am großen Teleskop. Erste Versuche
zeigten recht vielversprechende Resultate, die präzise Fokussierung per Drehung des Objektivs ist
erstaunlich feinfühlig.![]()
First Light an der Sonne: Die Belichtungszeit mußte auf 1/5000s reduziert werden, Farbränder
oder irgendwelche Unschärfen waren im Livebild nicht zu erkennen. Die Vergrößerung am Bildschirm
liegt bei 19 × bei einem Bildfeld von gut 1°.
Und der Clou dabei? Das ganz Teil läßt sich auch wieder zum Sucher umfunktionieren...