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Doppelsterne - Nair al Saif

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Doppelsterne - Nair al Saif

Na´ir al Saif stammt aus dem Arabischen und bedeutet "Helle des Schwertes", denn dieses interessante Sternsystem befindet sich nur einen Monddurchmesser südlich des Großen Orionnebels M42 und bildet mit diesem zusammen das Schwertgehänge des Orion, dessen hellster Stern Na´ir al Saif ist.

Komponente A des Na´ir al Saif ist mit 31.500 K ein extrem heißer O9-Riese (daher die bläuliche Farbe), der die 15-fache Sonnenmasse besitzt und wohl in wenigen Millionen Jahren als Supernova bzw. » Neutronenstern enden wird. Denn dieser Stern geht sehr verschwenderisch mit seinem Wasserstoff um, in dem er sich die 12.600-fache Sonnenleuchtkraft leistet! Noch interessanter ist die Tatsache, daß er seinerseits wiederum ein spektroskopischer Doppelstern ist und von einem ebenfalls sehr heißen B1- Stern auf einer sehr exzentrischen Bahn in einem sehr geringen Abstand von 0,11 - 0,8 AE (=16.455.780 - 119.678.400 km) in gerade mal 29 Tagen umkreist wird. Die enge Wechselwirkung der heftigen Sternwinde beider Sterne erzeugen eine starke Röntgenstrahlung.

Komponente B umkreist den Riesenstern A in einem Abstand von 4.400 AE einmal in 75.000 Jahren.

Komponente C, ein sehr heißer F-Zwerg, umkreist den Schwerpunkt der Komponenten A und B in einem Abstand von 20.000 AE (schon fast 1/3 Lichtjahr!) einmal in 700.000 Jahren.


Visuelle Beobachtung:
Na´ir al Saif ist knapp südlich des Großen Orionnebels als hellster Stern in dieser Umgebung mit dem bloßen Auge eigentlich nicht zu übersehen. In einem kleinen Fernrohr mit 60mm Öffnung kann man bereits die Komponente B von A trennen, wobei Komponente C darin nicht mehr auszumachen ist. Im 10 Zoller präsentieren sich alle drei Komponenten sauber getrennt, wobei mir Komponente C wesentlich heller vorkommt als 11 mag. Vielfach wird von einer Farbigkeit gesprochen, die Aussagen reichen von Weiß über grün bis hin zu Tiefrot. Nach eigenen Beobachtungen kann ich dies nicht bestätigen; vielmehr sind alle drei Sterne stark blaustichig, was auch auf der Aufnahme mehr als deutlich zu sehen ist.

 
Allgemeine Objektdaten:

Entfernung:       1.300 Lj
Spektralklasse:   O9
Helligkeit:       2,77 mag mit A: 2,9 mag; B: 7 mag; C: 11 mag
Abstand:          A-B: 11,4´´; A-C 49,7´´
Abs.Helligkeit:   -5,23 mag
Koordinaten:      05h 35m 26,0s / -05° 54' 36"
Sternbild:        Orion (ORI)
 

Aufnahme & verwendete Aufnahmetechnik:

Na´ir al Saif [ι-44 Orionis]
640×480, 2.816 Bytes

Na´ir al Saif [ι-44 Orionis]
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2006-12-12 23:39 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       1436 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/5,7
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K
Filter:           IR-Sperrfilter
Belichtung:       1/250s, Gain: 40%, γ max
Weißabgleich:     38 (Rot) / 19 (Blau)
Stacking:         144 aus 600, handverlesen
Vb:               149,2 ×
Bildfeld:         8,58' × 6,44'
Abbildungsmaßstab 0,80" / 0,65"² / 320,6 AE pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     36° 19'
rel. Extinktion:  0,57 mag
Seeing:           Schlecht [2-3/10]
Temperatur:       0°C


Info:
Die drei für uns sichtbare Sterne des Systems Na´ir al Saif umspannen einen Helligkeitsbereich von 2,9 bis rund 11 mag, was einem Helligkeitsumfang von 1:1.738 entspricht. Sowas kann man mit 8 Bit nicht mehr darstellen, ebensowenig ist eine CCD-Kamera in der Lage dazu. Daher wurden für die links gezeigte Aufnahme zwei Ablichtungen mit unterschiedlicher Belichtungszeit miteinander kombiniert. Wie bei den meisten Doppel- oder Mehrfachsystemen wurde auch hier auf bestmögliche Farbtreue hin optimiert. Die deutlich bläuliche Färbung aller drei Sterne war bereits im Livebild unübersehbar.
 
 
 
 
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Beobachtungstips
 
 
 
 


 

 
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