Astrofotografie

Kugelsternhaufen - Messier 22 [NGC 6656]



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Kugelsternhaufen - Messier 22 [NGC 6656]

Messier 22 Jammerschade, daß Messier 22 so weit südlich des Himmelsäquators steht! Dieser gigantische Kugelsternhaufen übertrifft den berühmten M 13 noch um einiges und ist damit der hellste von Mitteleuropa beobachtbare Kugelsternhaufen überhaupt. Jedoch ist seine imposante Erscheinung nur auf seine Nähe zu uns zurückzuführen, denn mit seiner Masse ist Messier 22 ein eher durchschnittlicher Kugelsternhaufen. Dieser imposante Anblick wird aber nicht immer so bleiben, denn M 22 entfernt sich von uns mit einer Geschwindigkeit von 144 km/s, so daß er in nur 100 Millionen Jahren ein eher unscheinbarer Kugelhaufen sein wird.

Messier 22 umläuft auf seiner Bahn das Zentrum unserer Milchstraße in rund 200 Mio. Jahren, wobei er sich niemals weiter als ca. 30.000 Lichtjahre von diesem entfernt. Momentan steht er also rund 17.000 Lichtjahre vor unserem Milchstraßenzentrum.

Rund 1´ südlich vom Haufenzentrum hat man 1989 einen Planetarischen Nebel entdeckt, der auch physikalisch zu Messier 22 gehört, also kein zufälliges Vordergrundobjekt ist. Dieser PN wurde als GJJC 1 und als PK 9-7.1 katalogisiert und umgibt seinen 14,3 mag hellen Zentralstern. Seine Größe wird mit 10"×7" angegeben. Damit ist GJJC 1 alias PK 9-7.1 nach Pease 1 in M 15 der zweite Planetarische Nebel, der in einem Kugelsternhaufen gefunden wurde.

Visuelle Beobachtung
Zum Beobachten von M 22 reicht schon ein kleiner Feldstecher. Ein kleines Kaufhausteleskop zeigt bereits ein ziemlich großes nebliges Fleckchen, das ab und an ein paar Einzelsterne aufblitzen läßt. Im 10" SCT bei etwa 100-facher Vergrößerung ist M 22 eine wahre Offenbarung und hinterläßt einen noch nachhaltigeren Eindruck als M 13, auch wenn dieser Kugelhaufen im Zentrum nicht so stark verdichtet erscheint wie z.B. M 5 oder M 15.

 
Allgemeine Objektdaten:
Objektgröße:      33´
Entfernung:       10.440 Lj
Ausdehnung:          100 Lj
Masse:            500.000.000 Sonnenmassen
Helligkeit:       5,10 mag / 11 mag (hellste Einzelsterne)
mittlere FH:      21,40 mag/"²
Abs.Helligkeit:   -7,43 mag
Koordinaten:      18h 36m 24,2s / -23° 54' 12"
Sternbild:        Schütze (Sagittarius [SGR])
 

Aufnahmen & verwendete Aufnahmetechnik:

Messier 22 [NGC 6656]
Messier 22 [NGC 6656]
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2006-06-15 00:58 UTC
Montierung:       Meade LX200GPS (G
Teleskop:         Meade 10" SCT
Öffnung:           254 mm
Brennweite:        615 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/2,4
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K
Einzelbelichtung: 1/25s, Gain: 100%, γ max
Stacking:         450 aus 500, automatisch
Belichtung eff:   8,5s
Vb:               63,9 ×
Bildfeld:         20,03' × 15,03'
Abbildungsmaßstab 1,88", 3,53"², 0,095 Lj/Px

Bedingungen:
Horizonthöhe:     17° 50´
rel. Extinktion:  1,28 mag
Seeing:           Mittel [5/10]
Temperatur:       15°C


M 22 mit knapp 3m Brennweite
M 22 mit knapp 3m Brennweite
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2006-07-25 21:54 UTC
Montierung:       Meade LX200GPS (G
Teleskop:         Meade 10" SCT
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       2832 mm
Öffnungsverh.:    f/11,1
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K
Einzelbelichtung: 1/25s, Gain: 100%, γ max
Stacking:         450 aus 500, automatisch
Belichtung eff:   8,5s
Vb:               294,2 ×
Bildfeld:         3,26' × 3,26'
Abbildungsmaßstab 0,41", 0,17"², 0,021 Lj/Px

Bedingungen:
Horizonthöhe:     18° 18´
rel. Extinktion:  1,26 mag
Seeing:           Mittel [5/10]
Temperatur:       19°C


Info:
Die Aufnahme links zeigt den Kern von M22 mit fast 3m Brennweite und löst diesen in viele Einzelsterne auf. Die Aufnahme ist exakt eingenordet.
 
M 22 mit der DSLR
M 22 mit der DSLR
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2009-08-31 19:40 UTC
Montierung:       Meade LX200GPS (G
Teleskop:         Meade 10" SCT
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       1120 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/4,4
Kamera:           Canon EOS 1000 D
Einzelbelichtung: 10s @ ISO 800
Stacking:         9
Belichtung eff:   30,0s
Bias/Rauschen:    1500 ADU / 105 RMS (auf 16 Bit bezogen)
Vb:               57,2 × (Abbildung 1/2)
Theor. Grenzgröße 17,4 mag
Theor. Grenz-FH   24,1 mag/"²
Bildfeld:         16,80' × 16,80'
Abbildungsmaßstab 2,10", 4,41"², 0,106 Lj/Px

Bedingungen:
Horizonthöhe:     18° 6´
rel. Extinktion:  1,27 mag
Seeing:           Mittel-Gut [6/10]
FWHM:             2,0 Pixel ≡ 4,2"
Reale Auflösung:  0,213 Lj
Transparenz:      5.5 fst
Temperatur:       18°C

Grenzhelligkeit:  16,1 mag

Info:
Nur 17,5° westlich vom "Fast-Vollmond" ist der Himmel derart hell, daß selbst der helle M 22 visuell nur schwer zu erkennen war. Bereits nach 10 Sekunden Belichtungszeit hat der aufgehellte Himmel 2% Maximalhelligkeit. Die Aufnahme ist exakt eingenordet.
 
 
 
 
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