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Planetarische Nebel - Abell 21

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Planetarische Nebel - Abell 21

Medusanebel Abell 21 ist ein recht alter und damit ausgedehnter Planetarischer Nebel. Vor etwa 6.800 Jahren hat der recht große Zentralstern seine Gashülle abgestoßen und ist zu einem sehr heißen Weißen Zwerg geschrumpft, der in der Aufnahme kräftig blau leuchtend zu sehen ist (Markierung wird eingeblendet, wenn man mit der Maus drüberfährt).

Wegen seines merkwürdigen, filamentartigen Aussehens hat man Abell 21 früher für einen » SNR gehalten. Genauere Messungen bezüglich Expansionsgeschwindigkeit und spektraler Zusammensetzung seines Lichts ergaben jedoch Werte wie sie für Planetarische Nebel typisch sind. So dominiert das rote Licht der Wasserstofflinie Hα - hier ist auch der größte Strukturreichtum zu sehen. Aber auch im türkisen Licht des angeregten Sauerstoffs leuchtet dieser Nebel, jedoch weit schwächer und nicht so strukturreich.

Visuelle Beobachtung:
Der Medusanebel ist ganz einfach aufzufinden. Man beginnt am besten mit dem etwas unscheinbaren Offenen Sternhaufen NGC 2395 (5¼° nördlich von Gomeisa [ß CMI]) und schwenkt das Teleskop einen knappen Monddurchmesser nach Osten. Dort fällt eine Gruppe heller Sterne auf. Der östlichste und hellste davon bringt es auf 8 Magnituden, diesen am östlichen Rand des Okulargesichtsfelds positionieren. Danach geht es einen halben Monddurchmesser nach Süden, und der Nebel sollte sich dann mittig im Okular befinden. Doch der Medusanebel ist eins der "unmöglichen" » DSO, der sich im Okular meines 10-Zollers einfach nicht zeigen will. Ein Versuch mit O-III-Filter steht allerdings noch aus ...

Nachtrag 25.2.2008:
Gute Bedingungen, [OIII]-Filter, ausreichende Dunkeladaption - trotzdem keine Spur von diesem Nebel im Okular meines 10-Zollers. Auch eine Reduzierung auf ca. 50-fache Vergrößerung (32 mm Okular mit Reducer und [OIII]-Filter, 5 mm AP) brachte nichts. Trotzdem wird bisweilen von erfolgreichen Sichtungen berichtet, die ich persönlich allerdings nicht bestätigen kann.

 
Allgemeine Objektdaten:
Objektgröße:      10´
Entfernung:       1.500 Lj
Ausdehnung:           4 Lj
Helligkeit:       10,30 mag / 16 mag (ZS)
mittlere FH:      23,99 mag/"²
Abs.Helligkeit:   1,99 mag
Koordinaten:      07h 29m 02,7s / +13° 14' 48"
Sternbild:        Zwillinge (Gemini [GEM])
 

Aufnahme & verwendete Aufnahmetechnik:

Medusanebel Abell 21
659×494, 40.801 Bytes

Medusanebel Abell 21
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2008-02-13 19:16 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       1040 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/4,1
Kamera:           ATiK 16IC-HS
Filter:           RGB-Filtersatz + Schmalbandfilter
Einzelbelichtung: 30,0s
Stacking:         166 (Hα+OIII+R+G+B)
Belichtung eff:   386,5s
Bias/Rauschen:    460 ADU / 33 (33,5) RMS
Vb:               81,8 ×
Theor. Grenzgröße 20,5 mag
Theor. Grenz-FH   25,0 mag/"²
Bildfeld:         16,12' × 12,08'
Abbildungsmaßstab 1,47" / 2,15"² / 675,0 AE pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     48° 6´
rel. Extinktion:  0,32 mag
Seeing:           Mittel-Gut [6/10]
Transparenz:      5.5 fst
Himmelshelligk.:  19,64 mag/"²
Temperatur:       -1°C

Aufnahmedetails:
Hα:    10 × 600s
O-III:  7 × 600s
R:     40 ×  30s
G:     51 ×  30s
B:     58 ×  30s
Hellste Werte: 34788 (G) / 25.642 (Hα) 10,86 mag
Leitstern: 8,10m / 22´ 00" S
Autoguiding: Guidedog 1.0.6 und Philips ToUcam (S/W-Mod)

Info:
Die Bildbearbeitung habe ich zweigeteilt: Hα und OIII für den Nebel und ein "klassisches", kurzbelichtetes RGB für das Sternfeld, auf dem der Nebel praktisch nicht zu sehen war, wurden getrennt voneinander bearbeitet und erst hinterher zu einem Ganzen zusammengefügt.
 
 
 
 
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