Astrofotografie

Planetarische Nebel - NGC 2392

Neu

Aktualisiert

Sonderberichte
   -Sonnenfinsternis 2006
   -V12 in M5
   -SN2007sr in NGC4038
   -Mondfinsternis 2008
   -SN2008in in M61
   -SN2009jf in NGC7479
   -Sonnenfinsternis 2011
   -Wolf 359 Ausbruch 2011
   -Mondfinsternis 2011

Sonnensystem
   -Sonne
   -Merkur
   -Venus
   -Mond
   -Mars
   -Kleinplaneten
   -Jupiter
   -Saturn
   -Uranus
   -Neptun
   -Pluto
   -Kometen

DeepSky
   -Milchstraße
   -Nahe Sterne
   -Braune Zwerge
   -Sterne
   -Doppelsterne
   -Gasnebel
   -Emissionsnebel
   -Reflexionsnebel
   -Planetarische Nebel
   -Sternhaufen
   -Kugelsternhaufen
   -Zwerggalaxien
   -Galaxien
   -Quasare

Exoten

Kataloge
   -Messier
   -NGC
   -IC
   -Abell
   -Mayer
   -Melotte

Sternbilder

Kosmische Begegnungen
   -Aufnahmen

RSSRSS Feeds

Planetarische Nebel - NGC 2392

Der Eskimonebel

NGC 2392 ist vor ca. 1.700 Jahren entstanden, und damit ein relativ junger Planetarischer Nebel im Sternbild der Zwillinge. Der sehr heiße, bläuliche Zentralstern, der seine Gashülle abgestoßen hat, leuchtet noch für einige 100 Mio. Jahre als » Weißer Zwerg mit einer Oberflächentemperatur von 40.000 K und einer absoluten Helligkeit von 0,7 mag, also rund 40 × heller als unsere Sonne! Noch immer dehnen sich die Gashüllen mit ca. 54km/s aus, wodurch sich der Nebel alle 30 Jahre um ca. 1" vergrößert. Der Eskimonebel zeigt zwei ausgeprägte Emissionslinien bei 500,7nm und bei 495,9nm (beides türkis), die von 2-fach ionisiertem Sauerstoff (OIII) herrühren.


Auf hochauflösenden Aufnahmen des » HST sieht man in den äußeren Bereichen filigrane Strukturen, die von der Mitte wegzeigen und offenbar vom starken Sternwind des Zentralsterns beeinflußt werden. Auch in der inneren, hellen Schale, dem ´Kragen´ des Eskimos finden sich komplexe Filamente. Beides ist auf Amateuraufnahmen freilich nicht zu erkennen.

Visuelle Beobachtung:
Visuell hat die schwach leuchtende äußere Hülle einen scheinbaren Durchmesser von 45", die man im 22mm-Okular des verwendeten Instruments (14" SCT) bei ca. 180-facher Vergrößerung durch indirektes Sehen recht gut wahrnehmen kann. Die wesentlich hellere innere Hülle, der "Pelzkragen" des Eskimos, hat einen scheinbaren Durchmesser von 19" und ist auch bei direktem Hinschauen sehr auffällig. Im 20" Newton strahlt dem Betrachter bei ca. 200-facher Vergrößerung ein auffallend heller, bläulicher Nebel mit zwei gut sichtbaren Schalen und einem extrem hellen Zentralstern entgegen. Der Eskimonebel ist auch in einem kleinen Teleskop bereits gut zu sehen, dort allerdings nur als nebeliges Pünktchen.

 
Allgemeine Objektdaten:
Objektgröße:      45´´
Entfernung:       ca. 2.900 Lj
Ausdehnung:       ca. 0,6 Lj (äußere Hülle)
Helligkeit:       9,90 mag 10,5 mag (Zentralstern)
mittlere FH:      17,94 mag/"²
Abs.Helligkeit:   0,16 mag
Koordinaten:      07h 29m 10,8s / +20° 54' 43"
Sternbild:        Zwillinge (Gemini [GEM])
 

Aufnahmen & verwendete Aufnahmetechnik:

Der Eskimonebel [NGC 2392]
320×320, 8.189 Bytes

Der Eskimonebel [NGC 2392]
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2006-02-11 21:54 UTC
Teleskop:         Celestron C14
Öffnung:           356 mm
Brennweite:       2463 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/6,9
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K
Filter:           IR-Sperrfilter
Einzelbelichtung: 1/25s, Gain: 100%, γ max
Stacking:         202 aus 256, handverlesen
Belichtung eff:   5,7s
Vb:               255,9 ×
Bildfeld:         2,50' × 2,50'
Abbildungsmaßstab 0,47" / 0,22"² / 417,0 AE pro Pixel
Mitwirkende:      F. X. Kohlhauf

Bedingungen:
Horizonthöhe:     62° 5´
rel. Extinktion:  0,13 mag
Seeing:           Schlecht [2-3/10]
Temperatur:       -9°C

Schwarz-Weiß-Aufnahme

Info:
Selbst ein heller planetarischer Nebel wie dieser ist normalerweise nicht mit einer Webcam erfaßbar, die nur über eine maximale Belichtungszeit von 1/25s verfügt und nicht weiter optimiert wurde. Nach erfolgreicher Optimierung sind die beiden Hüllen des Gasnebels tatsächlich - wenn auch nur ansatzweise - zu erkennen.
 
Eskimonebel NGC 2392 mit 4m Brennweite
640×480, 32.759 Bytes

Eskimonebel NGC 2392 mit 4m Brennweite
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2006-12-21 22:43 UTC
Teleskop:         Celestron C14
Öffnung:           356 mm
Brennweite:       3910 mm
Öffnungsverh.:    f/11,0
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K
Einzelbelichtung: 1/25s, Gain: 100%, γ max
Weißabgleich:     38 (Rot) / 19 (Blau)
Stacking:         1.280 aus 1.470, automatisch
Belichtung eff:   14,3s
Vb:               406,2 ×
Bildfeld:         3,15' × 2,36'
Abbildungsmaßstab 0,30" / 0,09"² / 262,7 AE pro Pixel
Mitwirkende:      F. X. Kohlhauf

Bedingungen:
Horizonthöhe:     54° 4´
rel. Extinktion:  0,23 mag
Seeing:           Mittel-Gut [6/10]
Temperatur:       -6°C


Info:
Gute Bedingungen ließen diesmal fast 4m Brennweite zu. Um mit einer so großen Brennweite und dem damit verbundenen, eher geringen Öffnungsverhältnis (nur dieses ist für die Flächenhelligkeit wirklich entscheidend!!!) die Außenbereiche des "Eskimos" überhaupt noch darstellen zu können, mußte das Minimum von 1.000 Bildadditionen deutlich überschritten werden. Die Einzelbilder wurden zwar automatisch selektiert, jedoch habe ich vorher knapp 100 "seeinggeschädigte" Frames aus der Aufnahmeserie entfernt.
 
Eskimonebel NGC 2392  etwas tiefer belichtet
659×494, 16.383 Bytes

Eskimonebel NGC 2392 etwas tiefer belichtet
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2011-01-16 22:14 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       3255 mm
Öffnungsverh.:    f/12,8
Kamera:           ATiK 16IC-HS
Filter:           L-RGB-Filtersatz
Einzelbelichtung: 10s
Stacking:         52
Belichtung eff:   72,1s
Bias/Rauschen:    342 ADU / 28 (26,6) RMS
Vb:               255,9 ×
Theor. Grenzgröße 17,7 mag
Theor. Grenz-FH   22,1 mag/"²
Bildfeld:         5,15' × 3,86'
Abbildungsmaßstab 0,47" / 0,22"² / 416,9 AE pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     61° 37´
rel. Extinktion:  0,14 mag
Seeing:           Mäßig [4/10]
FWHM:             7,6 Pixel ≡ 3,6"
Reale Auflösung:  3.168,7 AE
Transparenz:      5.0 fst
Himmelshelligk.:  18,20 mag/"²
Temperatur:       3°C

Grenzhelligkeit:  17,9 mag

Aufnahmedetails:
L: 52 ×  10s
R: 42 ×  10s Binning: 2
G: 47 ×  10s Binning: 2
B: 46 ×  10s Binning: 2


Info:
Gleich 33° östlich des hellen "fast Vollmonds" (89%) hat sich die langbrennweitige Ablichtung eines hellen Planetarischen Nebels geradezu angeboten. Die Belichtungszeit hätte ruhig noch etwas großzügiger ausfallen können.
 
 
 
 
Planetarische Nebel - NGC 2392 drucken
Was es sonst noch gibt...
 
Lesezeichen setzen:


Beobachtungstips
 
 
 
 


 

 
Nebenbei bemerkt
 
Unser Sonnensystem
Alle Planeten, Planetoiden und Monde in unserem Sonnensystem. Mit ausführlichem Datenteil.
 
 
 
 
© 2005-2012 Astrofotografie | Stand: 2011-01-17 | unbekannt unbekannt / unbekannt | Programmierung: Hohmann-EDV | 0.042 s