Reflexionsnebel - NGC 2261
Hubbles variabler Nebel NGC 2261 ist ein eigenartig geformter » Reflexionsnebel und wird wegen seiner an einen Kometen erinnernden Form auch als "kometarischer Nebel" oder neudeutsch "Santa Claus Nebula" bezeichnet. An seiner Südspitze steht der Veränderliche R MON, ein sehr junger (ca. 300.000 Jahre) massereicher (ca. 10 Sonnenmassen) Stern, der seine Helligkeit um bis zu 4 Magnituden variiert und sowohl einen Jet aus stark beschleunigten Teilchen als auch einen langsamen Materieausfluß erzeugt.
Fotografische Aufnahmen zeigen, daß dieser Nebel seine Helligkeit und seine Formgebung variiert, eine Folge der unterschiedlich dichten, rotierenden Staubscheibe, die R MON umgibt, so daß Teile dieses Nebels dann kein oder nur wenig Licht erhalten - "kosmische Schattenspiele" sozusagen. Diese Veränderungen können manchmal innerhalb weniger Wochen sichtbar werden, so daß sich eine regelmäßige Ablichtung dieses Nebels lohnen dürfte.
Etwa 7,5' nördlich von NGC 2261 befindet sich das » Herbig-Haro-Objekt HH 39, das durch den Jet von R MON erzeugt wird.
Visuelle Beobachtung:
Im Okular eines 10-Zollers ist NGC 2261 bei ca. 3 mm Austrittspupille recht gut zu erkennen. Dem ca. 12 mag hellen R MON im Süden folgt ein deutlicher, nach Norden gerichteter "Schweif".
Allgemeine Objektdaten: Objektgröße: 3,5´ × 2´ Entfernung: 2.600 Lj Ausdehnung: 2,65 × 1,5 Lj Helligkeit: 9,50 mag mittlere FH: 20,29 mag/"² Abs.Helligkeit: -0,01 mag Koordinaten: 06h 39m 09,5s / +08° 44' 40" Sternbild: Einhorn (Monoceros [MON])
Aufnahmen & verwendete Aufnahmetechnik:
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Hubbles variabler Nebel NGC 2261Aufnahmedaten: Aufnahmezeit: 2008-01-02 23:36 UTC Teleskop: Meade 10" LX200GPS Öffnung: 254 mm Brennweite: 1040 mm (Reducer) Öffnungsverh.: f/4,1 Kamera: ATiK 16IC-HS Filter: RGB-Filtersatz Belichtung: 10s Stacking: 84 (R+G) Belichtung eff: 91,7s Vb: 81,8 × Theor. Grenzgröße 17,5 mag Theor. Grenz-FH 24,2 mag/"² Bildfeld: 8,07' × 6,04' Abbildungsmaßstab 1,47" / 2,15"² / 1.169,9 AE pro Pixel Bedingungen: Horizonthöhe: 50° 28' rel. Extinktion: 0,28 mag Seeing: Grottenschlecht Transparenz: 5.5 fst Temperatur: -14°C Aufnahmedetails: R: 42 × 10s Binning: 2 G: 42 × 10s Binning: 2 B: 55 × 10s Binning: 2 Hellster Wert: 44.135 (G, 10,09 mag) Info: Das Seeing während der Aufnahmezeit war durch die Annäherung einer Warmfront derart grottig, daß ich auf eine länger belichtete Aufnahme für Luminanz verzichtet habe. So kann das RG-RGB-Komposit links später mit einer solchen höher auflösenden Aufnahme kombiniert werden. Geplant ist auch die Darstellung des Herbig-Haro-Objekts HH 39 auf einer tiefer ausbelichteten Aufnahme und eine Animation, die die Veränderlichkeit von R MON und des Reflexionsnebels belegt. |
![]() 659×494, 40.912 Bytes ![]() | NGC 2261 LRGBAufnahmedaten: Aufnahmezeit: 2008-01-31 20:50 UTC Teleskop: Meade 10" LX200GPS Öffnung: 254 mm Brennweite: 1040 mm (Reducer) Öffnungsverh.: f/4,1 Kamera: ATiK 16IC-HS Filter: L-RGB-Filtersatz Belichtung: 20s Stacking: 148 Belichtung eff: 243,3s Vb: 81,8 × Theor. Grenzgröße 18,7 mag Theor. Grenz-FH 24,8 mag/"² Bildfeld: 16,12' × 12,08' Abbildungsmaßstab 1,47" / 2,15"² / 1.169,9 AE pro Pixel Bedingungen: Horizonthöhe: 50° 44' rel. Extinktion: 0,28 mag Seeing: Schlecht [2-3/10] Transparenz: 4.0 fst Temperatur: 1°C Aufnahmedetails: L: 148 × 20s R: 42 × 10s Binning: 2 G: 42 × 10s Binning: 2 B: 55 × 10s Binning: 2 Hellster Wert gesättigt (L, 10,09 mag) Info: Bei wenig guten Bedingungen entstanden 148 20-s-Ablichtungen für Luminanz, aus denen zusammen mit den bestehenden RGB-Aufnahmen ein L-RGB angefertigt wurde. Das Seeing war derart grottig, daß nur gut die Hälfte der Einzelaufnahmen überhaupt verwendbar war. Für die Abbildung von HH 39 reicht auch diese etwas tiefere Belichtung bei weitem nicht aus. |
![]() 659×494, 32.732 Bytes ![]() ![]() ![]() | NGC 2261 tiefer belichtetAufnahmedaten: Aufnahmezeit: 2008-11-09 02:47 UTC Teleskop: Meade 10" LX200GPS Öffnung: 254 mm Brennweite: 1040 mm (Reducer) Öffnungsverh.: f/4,1 Kamera: ATiK 16IC-HS Filter: L-RGB-Filtersatz Belichtung: 90s Stacking: 54 Belichtung eff: 661,4s Bias/Rauschen: 1120 ADU / 57 (58,6) RMS Vb: 81,8 × Theor. Grenzgröße 21,5 mag Theor. Grenz-FH 26,5 mag/"² Bildfeld: 16,12' × 12,08' Abbildungsmaßstab 1,47" / 2,15"² / 1.169,9 AE pro Pixel Bedingungen: Horizonthöhe: 51° 0' rel. Extinktion: 0,27 mag Seeing: Mittel [5/10] Transparenz: 5.5 fst Himmelshelligk.: 20,43 mag/"² Temperatur: 5°C Aufnahmedetails: L: 54 × 90s R: 142 × 20s G: 91 × 20s B: 92 × 20s Leitstern: 8,90m / 24' 27" SSO Autoguiding: Guidedog 1.0.6 und Philips ToUcam (S/W-Mod) Info: Gute Bedingungen für die Luminanzaufnahme am 9.11.2008 - schlechte Bedingungen und ein heller Himmel am 18.2.2009 für die Farbaufnahmen. Trotzdem zeigt das LRGB eine gemessene Grenzgröße von 21,1 mag und zeigt einen gebogenen Schweif, der sich südlich am ´Zentralstern´ R MON anschließt. Auch das Herbig Haro Objekt ist ganz im Norden der Aufnahme ansatzweise zu erkennen. Das 2. Bild - Kosmische Schattenspiele - ist eine Animation aus zwei Aufnahmen vom 9.11.2008 und vom 18.2.2009. Sehr gut zu sehen ist, was mit ´variabler´ Nebel gemeint sein könnte. Im 3. Bild habe ich das Herbig-Haro-Objekt HH 39 herausvergrößert. Angesichts der gemessenen Grenzgröße wird hier klar, wie lichtschwach HH 39 tatsächlich ist. |
![]() 659×494, 64.715 Bytes ![]() 659×494, 49.089 Bytes ![]() | NGC 2261 mit HH 39 (Hα)Aufnahmedaten: Aufnahmezeit: 2010-01-04 22:48 UTC Teleskop: Meade 10" LX200GPS Öffnung: 254 mm Brennweite: 1014 mm (Reducer) Öffnungsverh.: f/4,0 Kamera: ATiK 16IC-HS Filter: Hα 656,28 / 7 nm Belichtung: 600s Stacking: 12 Belichtung eff: 2.078,5s Bias/Rauschen: 563 ADU / 37 (38,5) RMS Vb: 79,7 × Theor. Grenzgröße 18,8 mag Theor. Grenz-FH 24,3 mag/"² Bildfeld: 16,53' × 12,39' Abbildungsmaßstab 1,51" / 2,27"² / 1.199,9 AE pro Pixel Bedingungen: Horizonthöhe: 50° 58' rel. Extinktion: 0,27 mag Seeing: Mittel [5/10] FWHM: 3,2 Pixel = 4,8" Auflösung: 3.839,8 AE Transparenz: 5.5 fst Himmelshelligk.: 19,30 mag/"² Temperatur: -10°C Grenzhelligkeit: 19,2 mag Info: Der sehr schwach leuchtende HH 39 benötigt einiges an Belichtungszeit und einen schmalbandigen Hα-Filter zur Beseitigung des Streulichts. Durch letzteren konnte die Einzelbelichtungszeit trotz Mondlicht auf satte 10 Minuten gesteigert werden. Bezogen auf Hα sollte die Grenzhelligkeit bei ca. 23 mag liegen. Das 2. Bild wurde mit der Aufnahme vom 9.11.2008 kombiniert, wobei das Herbig-Haro-Objekt nun wesentlich deutlicher hervortritt. Daß das ganze Gebiet in feinen, sehr schwach leuchtenden Wasserstoffnebel eingebettet ist, läßt sich bei näherer Betrachtung ebenfalls ausmachen. |







