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Sternhaufen - Messier 7 [NGC 6475]

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Sternhaufen - Messier 7 [NGC 6475]

M 7, das südlichste aller Messier-Objekte, ist ein recht naher und damit flächenmäßig großer, heller und imposanter offener Sternhaufen, der noch unserem Spiralarm angehört. Das dichte Sterngewusel im Hintergrund ist dagegen Teil der zentralen Aufwölbung unseres Galaxienzentrums in fast 30.000 Lichtjahren Entfernung. In M 7 leuchten rund 750 Sterne, ca. 80 davon sind heller als 10 Magnituden. Das hellste Haufenmitglied hat 5,6 mag und ist vom Typ G8. Es gibt auch einige blaue Sterne in M 7, zwei davon, die mit 5,9 und 6,1 mag ebenfalls zu den hellsten Haufenmitgliedern gehören, sind vom Typ B6 (V957 SCO) bzw. B8 (HD162586) und stellen sogenannte » Blue Straggler dar.

Das Alter von M 7 wird auf ca. 220 Mio. Jahre geschätzt. M7 nähert sich uns mit 14 km/s. Gut einen Vollmonddurchmesser west-west-nördlich "2 Uhr" vom Haufenzentrum befindet sich der kleine Kugelsternhaufen NGC 6453 als Hintergrundobjekt von M 7, der mit 10,1 mag und 3,5' Ausdehnung eher unscheinbar wirkt.

M 7 ist in eins der sternreichsten Gebiete der Sommermilchstraße eingebettet. Immer wieder werden diese Sternwolken von » Dunkelwolken verdeckt, so unter anderem die als B 287 bezeichnete Dunkelwolke im Südostteil von M 7. Doch angesichts der sehr südlichen Lage und der meist feucht-gewittrigen Witterung im mitteleuropäischen Sommer ist die fotografische Erfassung dieser "Feinheiten" von hier aus in nur extrem seltenen Fällen (trockene Luft, gute Horizontsicht) überhaupt möglich.

Visuelle Beobachtung
Was schon für M 6 gilt, ist bei M 7 in verstärktem Maße von Bedeutung: Dieser Sternhaufen steht so weit südlich, daß er in Norddeutschland nur maximal 1° über den Horizont kommt und damit von dort aus praktisch unbeobachtbar ist. Von Bad Tölz aus kommen aber immerhin schon maximal 7½° zusammen. Daher ist M 7 hier bereits im 60-mm-Refraktor sehr auffällig, wenn die Transparenz stimmt. Im 10" SCT bei 100-facher Vergrößerung sieht man einen sehr prächtigen Sternhaufen mit einer Unzahl an schwachen Hintergrundsternen, die zu unserer hellen Sommermilchstraße gehören. Das Ganze wabert allerdings so extrem, daß zu einer Aufnahme schon sehr viel Mut gehört. Südlich des Äquators sollte es allerdings kein Problem sein, M 7 mit dem freien Auge zu sehen.

 
Allgemeine Objektdaten:
Objektgröße:      80´
Entfernung:       800 Lj
Ausdehnung:        18 Lj
Helligkeit:       3,00 mag
mittlere FH:      21,23 mag/"²
Abs.Helligkeit:   -3,95 mag
Koordinaten:      17h 53m 51,1s / -34° 47' 34"
Sternbild:        Skorpion (Scorpius [SCO])
 

Aufnahmen & verwendete Aufnahmetechnik:

Messier 7 [NGC 6475]
640×480, 32.756 Bytes

Messier 7 [NGC 6475]
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2006-06-27 22:33 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:        615 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/2,4
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K
Einzelbelichtung: 1/25s, Gain: 75%, γ max
Stacking:         450 aus 500, automatisch
Belichtung eff:   8,5s
Vb:               63,9 ×
Bildfeld:         20,03' × 15,03'
Abbildungsmaßstab 1,88" / 3,53"² / 460,7 AE pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     7° 30´
rel. Extinktion:  2,21 mag
Seeing:           Mittel [5/10]
Temperatur:       19°C


Info:
"Sterne so groß wie Fußbälle" war mein erster Gedanke beim Betrachten der Livebilder am Monitor. Eine aufwendige Bildbearbeitung (2 × Gausschärfen + Minimumfilter) machte dann aber doch etwas erträglichere Sternradien um 8" möglich. Daher liegt die Grenzhelligkeit auch nur bei ca. 13 mag. Hellster Stern in dieser Aufnahme hat 5,6 mag. Da M 7 eine im Vergleich zum Gesichtsfeld der Kamera riesige Fläche einnimmt, zeigt die Aufnahme nur den inneren Teil dieses schönen Sternhaufens.
 
M7 mit kurzer Brennweite
620×424, 32.764 Bytes

 
 
M7 mit kurzer Brennweite
608×344, 20.476 Bytes

 
 
M7 mit kurzer Brennweite
640×384, 20.478 Bytes

M7 mit kurzer Brennweite
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2008-08-09 20:51 UTC
Teleskop:         Meade Sucher 50/180
Öffnung:            50 mm
Brennweite:        180 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/3,6
Kamera:           ATiK 16IC-HS
Filter:           RGB-Filtersatz
Einzelbelichtung: 10s
Stacking:         91 (R)
Belichtung eff:   95,4s
Vb:               14,2 ×
Theor. Grenzgröße 13,1 mag
Theor. Grenz-FH   23,1 mag/"²
Bildfeld:         87,62' × 59,92'
Abbildungsmaßstab 8,48" / 71,91"² / 0,033 Lj pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     6° 33´
rel. Extinktion:  2,36 mag
Seeing:           Schlecht [2-3/10]
Transparenz:      4.0 fst
Temperatur:       14°C

Aufnahmedetails:
R: 91 × 10s
G: 96 × 15s

Info:
Bestes Mittel gegen schlechtes Seeing und tiefstehende Objekte: Runter mit der Brennweite. Was den ganzen Sommer nicht gelang, war am heutigen Abend kurzzeitig möglich: Der fast ungetrübte Blick zum tiefen Südhorizont für eine schnelle Aufnahme dieses Sternhaufens, der Anfang August nach Ende der » Astronomischen Dämmerung allerdings ziemlich rasch hinter dem Brauneck (1.555 m) verschwindet. Doch der lange Weg durch unsere turbulente Atmosphäre kostet schon gewaltig viel Licht, daher die sehr geringe gemessene Grenzhelligkeit von nur 14 mag. Auf dem großen Bild ist der Kugelhaufen NGC 6453 etwas oberhalb vom rechten Bildrand noch gut zu erkennen.

2. und 3. Bild
Keine Zeit mehr für eine Aufnahmeserie mit Blaufilter: Bereits um 21:29:50 Uhr UTC geht M7 in 4° 50´ Horizonthöhe über der Bergstation der Brauneckbahn unter.
Belichtungszeit der beiden Einzelaufnahmen: 3s, Filter: Grün (Rot wäre besser gewesen...)
 
 
 
 
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