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Kugelsternhaufen - M 62

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Kugelsternhaufen - M 62

Messier 62 ist ein ungewöhnlicher Kugelsternhaufen, der durch seine geringe Entfernung zu unserem galaktischen Zentrum von nur 6.100 Lichtjahren größeren Gezeitenkräften ausgesetzt ist und daher eine deutlich sichtbare Verformung aufweist. Auf der gezeigten Aufnahme scheint der Kern gegenüber dem Rest des Kugelhaufens in südöstliche Richtung verschoben zu sein. In M 62 konnte bisher eine stattliche Anzahl von über 200 Veränderlichen nachgewiesen werden, darunter 205 » RR-Lyrae-Sterne. Eine weitere Besonderheit sind 6 » Pulsare mit Rotationsgeschwindigkeiten bis herab zu 2,3 (!) ms, drei davon als Teil eines Doppelsystems.

M 62 befindet sich hart an der Grenze zum Skorpion knapp westlich der Großen Sagittariuswolke im Schützen, liegt aber "offiziell" gerade eben noch im Schlangenträger.

Visuelle Beobachtung:
Die sehr südliche Position von M 62 erschwert die Beobachtung beträchtlich. Im südlichen Süddeutschland kommt dieser Kugelhaufen gerade mal 12° über den Horizont. Trotzdem erscheint er bei guter Horizontsicht erstaunlich hell, so daß er bereits im Sucher auffällt. Im 60-mm-Teleskop ist er als leicht ovaler Nebelfleck sehr auffällig. Im 26-mm-Okular an einem 10" SCT ist M 62 eine ausgesprochen stattliche Erscheinung, das schlechte Seeing machte jedoch die Auflösung von Einzelsternen unmöglich.

 
Allgemeine Objektdaten:
Objektgröße:      14,1´
Entfernung:       22.500 Lj
Ausdehnung:           92 Lj
Masse:            1.000.000 Sonnenmassen
Helligkeit:       6,50 mag
mittlere FH:      20,94 mag/"²
Abs.Helligkeit:   -7,69 mag
Koordinaten:      17h 01m 12,6s / -30° 06' 44"
Sternbild:        Schlangenträger (Ophiuchus [OPH])
 

Aufnahme & verwendete Aufnahmetechnik:

Messier 62 [NGC 6266]
659×494, 24.575 Bytes

 
 
Messier 62 [NGC 6266]
659×494, 40.866 Bytes

Messier 62 [NGC 6266]
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2008-04-14 02:55 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       1040 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/4,1
Kamera:           ATiK 16IC-HS
Filter:           IR-Sperrfilter
Einzelbelichtung: 120s
Stacking:         9
Belichtung eff:   360,0s
Bias/Rauschen:    1140 ADU / 57 (59,2) RMS
Vb:               81,8 ×
Theor. Grenzgröße 18,6 mag
Theor. Grenz-FH   25,4 mag/"²
Bildfeld:         16,12' × 12,08'
Abbildungsmaßstab 1,47" / 2,15"² / 0,160 Lj pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     12° 10´
rel. Extinktion:  1,69 mag
Seeing:           Schlecht [2-3/10]
Transparenz:      6.0 fst
Himmelshelligk.:  20,72 mag/"²
Temperatur:       4°C

Aufnahmedetails:
L: 9 × 120s
Leitstern: 8,07m / 25´ 30" N
Autoguiding: Guidedog 1.0.6 und Philips ToUcam (S/W-Mod)
Hellster Wert: 27.735 (Kern)

Info:
Eine großartige Transparenz und Horizontsicht in dieser Nacht! Die Sommermilchstraße strahlte kurz vor Beginn der Astronomischen Dämmerung und nach Monduntergang plastisch und kontrastreich am Südosthimmel. Leider hat das Seeing, bedingt durch den beginnenden Föhn, stark nachgelassen, so daß mit Unscharfer Maske, Entfaltung, Minimumfilter und DDP sehr stark nachgeschärft werden mußte. Die gezeigte Aufnahme ist daher nur ein Test für eine spätere tiefe Ablichtung in Farbe. Bemerkenswert ist das niedrige Photonenrauschen bei der gewählten Belichtungszeit von 2 Minuten.

2. Abbildung:
Am 27.4.2008 sorgte eine lange Wolkenlücke für eine gute Gelegenheit, um für diesen Kugelsternhaufen noch die Farbaufnahmen anzufertigen.
 
 
 
 
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