Astrofotografie

Galaxien - Messier 104, NGC 4594



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Galaxien - Messier 104, NGC 4594

"Sombrero" M 104 ist eine ziemlich massereiche Galaxie, knapp 3 × so "schwer" wie unsere Milchstraße. Sie ist vom Typ Spiralgalaxie, auch wenn die Spiralarme, die sich eng um den Galaxienkern winden, nur äußerst schwer zu beobachten sind. Das ausgeprägte und sehr dunkle Staubband und unser Blickwinkel fast auf die Kante der Galaxie, verleiht ihr das Aussehen eines mexikanischen "Sombrero".

Visuelle Beobachtung:
M 104 ist eine der hellsten Galaxien an unserem Nachthimmel und bei entsprechend klarer Luft bereits in kleineren Instrumenten gut sichtbar. Im Okular eines 10-Zollers wird bei guter Transparenz und indirektem Schauen das auffällige Staubband sichtbar. Ein wenig stört vielleicht, daß ihre Deklination von -11°:37' recht niedrig ist.

 
Allgemeine Objektdaten:
Objektgröße:      8´ × 4´
Entfernung:       ca. 28.000.000 Lj
Ausdehnung:       ca.     70.000 Lj
Masse:            ca. 800 Mrd. Sonnenmassen
Morphologie:      S[s]a
Helligkeit:       8,00 mag
mittlere FH:      20,45 mag/"²
Abs.Helligkeit:   -21,67 mag
Koordinaten:      12h 39m 59,3s / -11° 37' 23"
Sternbild:        Jungfrau (Virgo [VIR])
 

Aufnahmen & verwendete Aufnahmetechnik:

Messier 104, NGC 4594
640×480, 4.094 Bytes

Messier 104, NGC 4594
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2006-03-23 23:40 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:        615 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/2,4
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K
Einzelbelichtung: 1/25s, Gain: 78%, γ max
Stacking:         1200 aus 2500, automatisch
Belichtung eff:   13,9s
Vb:               63,9 ×
Bildfeld:         20,03' × 15,03'
Abbildungsmaßstab 1,88" / 3,53"² / 255,0 Lj pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     30° 37´
rel. Extinktion:  0,73 mag
Seeing:           Grottenschlecht
Temperatur:       0°C


Info:
Die Aufnahme entstand in einer nebligen Nacht mit föhnbedingten Auflockerungen, nicht gerade ideale Voraussetzungen für eine Webcamaufnahme. In der Eile - Nebellücken haben eine kurze Verweildauer - habe ich denn auch gleich noch vergessen, Darkframes aufzunehmen. Erstaunlich, daß man überhaupt was sieht....
 
M 104 mit Dunkelbildabzug
640×480, 4.093 Bytes

M 104 mit Dunkelbildabzug
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2006-04-21 21:53 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:        615 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/2,4
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K
Einzelbelichtung: 1/25s, Gain: 100%, γ max
Stacking:         900 aus 1000, automatisch
Belichtung eff:   12,0s
Vb:               63,9 ×
Bildfeld:         20,03' × 15,03'
Abbildungsmaßstab 1,88" / 3,53"² / 255,0 Lj pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     30° 37´
rel. Extinktion:  0,73 mag
Seeing:           Mittel [5/10]
Temperatur:       8°C


Info:
Viel besser gelingen DeepSky-Aufnahmen, wenn man etwas besseres Seeing hat und vor allem Dunkelbilder für einen späteren Dunkelbildabzug macht. Der hellste Vordergrundstern hat 10,39 mag, der dunkelste noch eben sichtbare Stern befindet sich etwas rechts oben von M 104 und hat 14,87 mag.

Zur Bildbearbeitung:
Nach dem Stacken wurde das Summenbild in die drei Farbkanäle zerlegt. R- und G-Kanal wurden noch einmal addiert, leicht geschärft und mit dem Wavelet-Filter in FitsWork bearbeitet. Das leichte Rauschen im Ergebnis wurde mit NeatImage weitgehend entfernt.
 
M 104 mit mehr Brennweite
640×480, 16.379 Bytes

M 104 mit mehr Brennweite
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2007-02-18 01:32 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       1050 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/4,1
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K
Einzelbelichtung: 1/25s, Gain: 100%, γ max
Weißabgleich:     32 (Rot) / 22 (Blau)
Stacking:         4.096 aus 5.000, automatisch
Belichtung eff:   25,6s
Vb:               109,1 ×
Bildfeld:         11,73' × 8,80'
Abbildungsmaßstab 1,10" / 1,21"² / 149,3 Lj pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     30° 12´
rel. Extinktion:  0,75 mag
Seeing:           Mittel [5/10]
Temperatur:       4°C


Info:
Mehr Aufnahmen bringen dann noch einen weicheren und realitätsnäheren Gesamteindruck, doch damit erschöpfen sich die Möglichkeiten von Galaxienaufnahmen mit einer unmodifizierten WebCam, wobei ein nachträgliches "Photonensammeln" nicht gänzlich auszuschließen ist ;=} Das Sternchen knapp nördlich von M 104 hat übrigens eine Helligkeit von ziemlich genau 14 mag und ist im Okular eines 10-Zollers nur mit etwas Mühe blickweise zu erkennen.

Nebenbei: In der Nacht vom 7.4.2007 zum 8.4.2007 findet eine "Kosmische Begegnung" statt. Dabei wird sich Kleinplanet [1274] Delportia (13,6 mag) dem "Sombrero" knapp nördlich bis auf 5´ nähern. Die größtmögliche Annäherung von 4´:34" findet am hellichten Tage statt und läßt sich daher von Mitteleuropa aus leider nicht beobachten. Am Ostersonntag so früh wie möglich abends entfernt sich Delportia zwar wieder, sollte aber immer noch locker ins Bildfeld einer jeden Kamera passen.
 
M 104 mit [1274] Delportia
640×480, 16.379 Bytes

M 104 mit [1274] Delportia
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2007-04-08 22:02 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       1050 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/4,1
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K
Einzelbelichtung: 1/25s, Gain: 100%, γ max
Weißabgleich:     32 (Rot) / 22 (Blau)
Stacking:         12.000 aus 14.400, automatisch
Belichtung eff:   43,8s
Vb:               109,1 ×
Bildfeld:         11,73' × 8,80'
Abbildungsmaßstab 1,10" / 1,21"² / 149,3 Lj pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     29° 47´
rel. Extinktion:  0,76 mag
Seeing:           Mittel-Gut [6/10]
Temperatur:       5°C


Info:
In der Nacht vom 7.4. auf den 8.4. kannte Petrus kein Erbarmen mit den Tölzern - er ließ es tüchtig regnen. Doch in der folgenden Nacht sorgte er zum Ausgleich für gute Bedingungen, und so konnte wenigstens der Schlußakt dieser kosmischen Begegnung aufgenommen werden. Gute Gelegenheit, für M 104 noch ein paar Photonen zu sammeln. Zusätzlich wurden 13 Aufnahmen à 300 Einzelbildern mit [1274] Delportia dem Endresultat hinzugefügt. Diese Aufnahmen wurden von 20:06 UTC ab in einem 20-minütigen Abstand gemacht und zeigen die rückläufige Bewegung des Asteroiden in west-west-nördliche Richtung, die mit rund 40"/h recht schnell war.

[1274] Delportia wurde am 28.11.1932 von dem belgischen Astronom Eugène Joseph Delporte in Ukkel entdeckt. Sie ist ein recht kleiner Brocken mit gerade einmal 14,8 km Durchmesser, die ihre leicht exzentrische Bahn im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter zieht. Dabei schwankt ihre Entfernung zur Sonne von 1,9762 (295.635.600 km) - 2,4822 (371.332.150 km) AE, die sie einmal in 3 Jahren und 4 Monaten umrundet. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich Delportia kurz vor dem Perihel ihrer Bahn in 1,9829 AE (296.637.900 km) Entfernung zur Sonne und hatte zur Erde eine Entfernung von nur 0,9871 AE (147.668.200 km). Durch diese sehr günstige Perihelopposition brachte es der kleine Brocken auf eine für ihn stattliche Helligkeit von 13,7 mag.

Nicht genau eingenordet.
 
M 104 in S/W
640×480, 40.960 Bytes

 
 
M 104 in S/W
640×480, 20.480 Bytes

M 104 in S/W
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2007-04-21 22:27 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       1155 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/4,5
Kamera:           Philips ToUcam PCVC840K - S/W-Mod
Einzelbelichtung: 1/25s, Gain: 100%, γ max
Weißabgleich:     32 (Rot) / 22 (Blau)
Stacking:         4.096 aus 4.800, automatisch
Belichtung eff:   25,6s
Vb:               120,0 ×
Theor. Grenzgröße 17,3 mag
Theor. Grenz-FH   20,4 mag/"²
Bildfeld:         10,67' × 8,00'
Abbildungsmaßstab 1,00" / 1,00"² / 135,8 Lj pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     30° 12´
rel. Extinktion:  0,75 mag
Seeing:           Mittel [5/10]
Transparenz:      4.5 fst
Temperatur:       7°C


Info:
"Nur" gut 4.000 Aufnahmen mit einer monochromen ToUcam reichen für die links gezeigte Aufnahmequalität aus - auch wenn die Transparenz eher dürftig war.

Das zweite Bild zeigt ein L-RGB-Komposit aus der vorausgegangenen Farbaufnahme. Langsam scheint die Grenze für Galaxienaufnahmen mit einer kurzbelichtenden ToUcam erreicht zu sein...
 
M 104 mit der Astrokamera
659×494, 24.397 Bytes

M 104 mit der Astrokamera
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2007-05-23 21:06 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       1075 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/4,2
Kamera:           ATiK 16IC-HS
Filter:           RGB-Filtersatz
Einzelbelichtung: 10,0s
Stacking:         269 (R+G+B)
Belichtung eff:   164,0s
Vb:               84,5 ×
Theor. Grenzgröße 18,3 mag
Theor. Grenz-FH   22,8 mag/"²
Bildfeld:         15,59' × 11,69'
Abbildungsmaßstab 1,42" / 2,02"² / 192,7 Lj pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     28° 14´
rel. Extinktion:  0,81 mag
Seeing:           Mittel [5/10]
Transparenz:      4.5 fst
Temperatur:       15°C

Aufnahmedetails:
R:  88 × 10s
G:  81 × 10s
B: 100 × 10s
Hellster Stern: 36187 (R, 10,39 mag)
Galaxienkern:    3153 (R)


Info:
Bei Anfangs eher mäßiger Transparenz entstand diese Aufnahme von M 104. Die Belichtungszeit von 10s pro Einzelaufnahme hat recht gut gepaßt, denn alle Vordergrundsterne konnten punktförmig dargestellt werden. Dagegen hätte der Galaxienkern noch locker die 10-fache Belichtungszeit vertragen. Eine tiefere Ausbelichtung mit über 100 1-minütigen Einzelbelichtungen ist für den kommenden Frühling geplant.

Nicht genau eingenordet.
 
M 104 noch tiefer belichtet
659×494, 40.621 Bytes

M 104 noch tiefer belichtet
Aufnahmedaten:
Aufnahmezeit:     2008-02-03 03:04 UTC
Teleskop:         Meade 10" LX200GPS
Öffnung:           254 mm
Brennweite:       1040 mm (Reducer)
Öffnungsverh.:    f/4,1
Kamera:           ATiK 16IC-HS
Filter:           IR-Sperrfilter
Einzelbelichtung: 30s
Stacking:         252
Belichtung eff:   476,2s
Bias/Rauschen:    650 ADU / 43 (42,3) RMS
Vb:               81,8 ×
Theor. Grenzgröße 21,0 mag
Theor. Grenz-FH   25,6 mag/"²
Bildfeld:         16,12' × 12,08'
Abbildungsmaßstab 1,47" / 2,15"² / 199,2 Lj pro Pixel

Bedingungen:
Horizonthöhe:     30° 37´
rel. Extinktion:  0,73 mag
Seeing:           Mittel [5/10]
Transparenz:      5.5 fst
Himmelshelligk.:  20,13 mag/"²
Temperatur:       -5°C

Aufnahmedetails:
L: 252 × 30s
Helligkeitswert des Galaxienkerns: 22.924
Leitstern: 7,62 mag / 25´ 10´ WWN
Autoguiding: Guidedog 1.0.6 und Philips ToUcam (S/W-Mod)

Info:
Eine noch tiefere Belichtung von M 104 zeigt deutlich, daß das Licht dieser Galaxie nicht abrupt in das Dunkel des Universum abreißt - vielmehr zeigt sich um M 104 herum ein schwach leuchtender Halo, der sich mit zunehmender Entfernung vom Galaxienkern ganz allmählich in die "unendlichen Weiten" verliert. Kaum zu glauben, daß es viele Milliarden Sterne sind, von denen dieses diffuse Glimmen ausgeht.
 
 
 
 
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Beobachtungstips
 
 
 
 


 

 
Nebenbei bemerkt
 
Unser Sonnensystem
Alle Planeten, Planetoiden und Monde in unserem Sonnensystem. Mit ausführlichem Datenteil.
 
 
Energie sparen
Gute Ratschläge wie man durch bewußtem Umgang mit der kostbaren Resource Energie auch unseren Lebensraum schont.
 
 
 
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